27. Januar 2022

Gewinner der GEPLANT+AUSGEFÜHRT-Preise stehen fest

Auszeichnung der Gewinner beim Wettbewerb GEPLANT+AUSGEFÜHRT (im Bild von links): Dieter Dohr, Vorsitzender der Geschäftsführung der GHM, Dipl.-Ing. Franz Xaver Peteranderl, Aufsichtsratsvorsitzender der GHM und Präsident der Handwerkskammer für München u. Oberbayern, Architektin Tatjana Vautz, Tillmann Ruhdel, Stefan Mang und Jurymitglied Prof. Lydia Haack. Foto: GHM

München (pm) – Ausgezeichnetes Teamwork: Am Donnerstag, 08. März 2018, wurden auf der Internationalen Handwerksmesse (07. bis 13. März auf dem Messegelände München) die GEPLANT+AUSGEFÜHRT-Preise verliehen. Damit ehrt die Messe Bauprojekte, die für die herausragende Zusammenarbeit von Handwerkern und Architekten/Innenarchitekten stehen. Vorgestellt werden die Sieger- und weitere bemerkenswerte Projekte bis zum 13. März im Rahmen der Ausstellung GEPLANT+AUSGEFÜHRT in Halle B2 auf der Internationalen Handwerksmesse.

Was haben eine Salzlagerhalle, ein Haus am Gardasee, eine Kapelle und ein Sammlungs- und Forschungszentrum in Tirol gemeinsam? Die an ihrer Planung und ihrem Bau beteiligten Unternehmen sind Preisträger beim Wettbewerb GEPLANT+AUSGEFÜHRT. Die Auszeichnungen wurden am Donnerstag, 08. März, auf der Internationalen Handwerksmesse verliehen. Ausgewählt wurden die ausgezeichneten Projekte von einer Fachjury aus Handwerk, Architektur und Innenarchitektur.

Auf Platz eins wählten die Experten vautz mang architekten bda aus Stuttgart und Rieg Holzbau aus Schwäbisch-Gmünd für Planung und Umsetzung der Salzlagerhalle der Straßenmeisterei Geislingen an der Steige. Sie sei sichtbarer Beweis, dass sich Funktionalität und Ästhetik nicht nur ergänzen, sondern die Vollkommenheit eines Werkes ausmachen, so die Jury. Der Bau sei auf die Anforderungen der Salzlagerung und der Lieferlogistik abgestimmt, die Bauteile aber gleichzeitig gekonnt in Szene gesetzt. So sei das Gebäude von „hervorragender Alltagstauglichkeit und ausnehmend hoher gestalterischer Qualität“.

Das „Rustico Gargnano“ am Gardasee, entstanden aus einem früheren Gewächshaus für Zitronen, wurde mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Geplant wurde es von Titus Bernhard Architekten BDA (Augsburg), ausgeführt von den Unternehmen Schleitzer, Gärtner von Eden (München) und den italienischen Unternehmen Arredis aus Klausen, Ingenieurbüro Herbert Mayer (Bozen) und Rattiflora: Casnate con Bernate (Como). Die Jury beeindruckte das „Höchstmaß an Einfallsreichtum, Innovationsfreudigkeit und Originalität“, da baurechtliche Vorgaben und die Steilhanglage mit stark begrenzten Ausweitungsmöglichkeiten „ungewöhnlich schöpferische Gestaltungs- und Konstruktionslösungen“ und „hohes handwerkliches Geschick“ erforderte.

Der dritte Preis wurde gleich zwei Mal vergeben: Einmal an die Schwartzenberg Steinmetz und Steinbildhauerei, Kempen Krause Ingenieure (beide Aachen), Metallbau van Vlodrop und dbap Dewey+Blohm-Schröder Architekten (beide Viersen) und Architekturbezogene Kunstkonzepte (Nettetal) für eine von ihnen geschaffene Wegekapelle aus grauem Trachytstein. „Das gewünschte monolithische Erscheinungsbild der Kapelle konnte durch das Zusammenwirken der handwerklichen Fachfirmen, des Statikers und der Planer umgesetzt werden“, so die Jury. „Erfahrung, Kompetenz sowie das wechselseitige Vertrauen der Handwerksbetriebe und Planer ermöglichte diese pure Konstruktion, die dem ruhigen unaufgeregten Bau seine Reinheit und Selbstverständlichkeit gibt.“

Der andere dritte Preis ging an die Reinhard Eder Blechbau (Völkermarkt/ Österreich) und die Franz und Sue ZT GmbH (Wien) für den Bau des Sammlungs- und Forschungszentrums der Tiroler Landesmuseen in Hall. In diesem finden sich Werkstätten, Lager-, Büro- und Forschungsräume sowie eine Fülle von Schätzen aller Art. Wie bei Schatztruhen üblich, sei das Bauwerk zum großen Teil tief in das Gelände eingegraben. Der Entwurf betone die „Wertbeständigkeit und qualitative Hochwertigkeit des zu Bewahrenden als auch die Dynamik und Weiterentwicklung in der Forschung“, so die Jury. Dies spiegle sich auch in der sorgfältigen handwerklichen und technischen Umsetzung wider, die mit diversen Raffinessen, Sonderlösungen und Spezialanfertigungen aufwartet.

Mit dem Sonderpreis FOKUS.GESUND BAUEN wurden die Arbeitsgemeinschaft studio lot & MW Architekten (Altötting), Holzbau Moser (Hirschfeld), Kühne Dachsysteme (Chemnitz), Planotec (Tüßling) und Obergrün (Neuötting) geehrt. Ihr Projekt, Planung und Bau der Montessori Grund- Mittel- und Fachoberschule mit Turnhalle und Kindergarten in Neuötting, zeichne sich durch schlichte Eleganz und architektonische Qualität aus. „Holz als Hauptwerkstoff, gepaart mit baubiologisch hochwertigen Ausbaumaterialien aus Naturgips und Zellulose sowie Linoleum, bestehend aus Korkmehl und Leinöl, bewirken darüber hinaus maßgebliches und wohltuendes für die Raumluft“, so die Jury. An dem Projekt werde deutlich, dass wirksame Baubiologie der kreativen Kraft einer gelungenen Architektur nicht im Wege steht.

Die Wegekapelle aus grauem Trachytstein wurde bei der Preisverleihung am Donnerstag übrigens gleich noch einmal ausgezeichnet, denn die beteiligten Unternehmen erhielten auch den Publikumspreis, der von der Deutschen Handwerks Zeitung ausgelobt wurde.

Pressemitteilung: GHM Gesellschaft für Handwerksmessen mbH