18. Dezember 2018

Forum AutoVision: „Architektur kann Innovation fördern“

Forum AutoVision der Wolfsburg AG, Baukörper ICW 8, Wolfsburg (Deutschland)

Das Bürogebäude ICW 8 im Forum AutoVision bildet durch seine städtebauliche Lage als Endpunkt des Campus das einladende Entree zur Stadt Wolfsburg. (c) Schüco International KG // Fotograf: Frank Peterschröder

Bielefeld (pm) – Wenzel Steinhage, Leiter Immobilien Management und Beschaffung der Wolfsburg AG, und Jürgen Schütz, Partner beim Architekturbüro Koller Heitmann Schütz, über die Entwicklung der Fassade für den Neubau des InnovationsCampus 8 (ICW 8) auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG. Seit der Gründung der Wolfsburg AG 1999 als öffentlich-private Partnerschaft mit der Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG wurde der InnovationsCampus mit ca. 45.000 m2 Fläche kontinuierlich weiterentwickelt.

Wie kam das Projekt zustande und welche Rolle spielt der Neubau auf dem bestehenden Areal?

Wenzel Steinhage: Aufgrund der Nachfrage von ansässigen Mietern auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG fiel die Entscheidung für den Neubau des ICW 8 als reines Bürogebäude. Er bildet zugleich durch seine städtebauliche Lage als Endpunkt des Campus das Tor zur Stadt.

Welche grundsätzliche Gestaltungsidee liegt dem Entwurf zu Grunde?

Jürgen Schütz: Die Form des Baukörpers ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Umfeld. Zudem haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, das Thema Bürogebäude zeitgemäß neu zu durchdenken. Der Bezug der Arbeitsräume zum Außenbereich und Umfeld spielt für uns dabei eine große Rolle, Tageslicht auch bis in die Tiefe der Räume ist uns wichtig. Dies wird durch die raumhohen Verglasungen der Fassaden erreicht. Gleichzeitig erfährt der Raum eine größere Weite, die Fassade ist keine starre Grenze, erscheint leichter – und der Außenbereich wird ein Teil der Raumwahrnehmung. Das Raumklima wird durch eine Betonkernaktivierung in den Decken stabilisiert. Im Winter dient sie der Beheizung und im Sommer der Kühlung. Unabhängig davon gibt es natürlich einen außen liegenden Sonnenschutz und innenseitig einen individuell bedienbaren Blendschutz.

Welche Herausforderungen waren zu bewältigen?

Jürgen Schütz: Wir hatten es bei dieser Maßnahme mit einem engen und schwer zugänglichen Baufeld zu tun, welches maximal ausgenutzt werden sollte. Zudem musste während der Bauphase die Zugänglichkeit für die Mieter der angrenzenden Gebäude gewährleistet werden. Auch die An- und Einbindung des Baukörpers an das bauliche Umfeld ist von Bedeutung. Die Reaktion hierauf ist eine logische Weiterentwicklung der Abfolge der bereits bestehenden Riegel, ein für die Büronutzung übliches und gut funktionierendes System, aber zeitgemäß interpretiert.

Wenzel Steinhage: Für uns als Bauherr bestand die größte Herausforderung in der Gestaltung der Fassade. Unsere Gebäude auf dem Areal haben alle eine andere Fassade, die auch die Innovationskraft und Vielfalt unseres Unternehmens widerspiegeln. Und da dieses Gebäude den vorläufigen „Abschluss“ des Areals nach Osten bildet, sollte es eine besondere Fassade bekommen.

Sie bezeichnen das Gebäude als Entree / Gesicht zur Stadt – Wie fügt sich das Gebäude in den gewachsenen Kontext ein?

Jürgen Schütz: Uns war schon bei der Konzeption klar, dass wir uns hier über die Fassade prägnant nach außen zeigen können und der Neubau eine Visitenkarte für das Forum AutoVision wird. Es sollte etwas Besonderes an dieser Stelle entstehen, sprichwörtlich das „Tor zu Wolfsburg“. Über verschiedene Studien, die gestalterisch, konstruktiv und wirtschaftlich überprüft wurden, fiel letztendlich in enger Zusammenarbeit mit dem Bauherrn die Entscheidung für eine Pfosten-Riegel-Konstruktion. Die Fassade ist nicht nur das Gesicht des Hauses, auch die Nutzung spielt für die Entscheidung eine große Rolle. Für uns müssen Gebäudehüllen, hinter denen sich Menschen in hoher Dichte aufhalten, transparent sein. Die Einbeziehung des Tageslichts durch die zweiseitige raumhohe Verglasung bis in die Mittelzonen ist enorm wichtig. Bei einer Gebäudebreite von 17 Metern entstehen bei den Einzelbüros ca. 7,50 Meter und bei den Großraumbüros entsprechend tiefere Büroflächen. Auch lässt sich der Wunsch nach einer Flexibilität in der Flächenbelegung gut umsetzen.

Ihre Wahl fiel auf ein Schüco-Produkt, warum?

Wenzel Steinhage: Wir haben uns bewusst für Schüco entschieden, weil die extrem schmalen Ansichtsbreiten der Profile den Wunsch nach Transparenz und Einbeziehung des Außenraums in Verbindung mit der Gestaltung optimal erfüllen.

Jürgen Schütz: Die breite Produktpalette von Schüco, aber auch die durchdachte Programmatik hinter den Systemen erlaubt eine Einbindung vielfältiger Gestaltungsideen, ohne das Gesamtkonzept zu verwässern. Wir hatten besondere Anforderungen an den Schallschutz und Wärmeeintrag, die wir mit einem Wärmeschutzglas, einer automatisch gesteuerten Raffstoreanlage für den Sonnenschutz außen und individuell bedienbarem Blendschutz auf der Innenseite umgesetzt haben. Die größere Anforderung lag in diesem Fall in der Fassadentechnik, wie den integrierten Bändern zur Sonnenschutzanlage und dem Befestigen der vorgehängten Tafeln auf der dahinter liegenden durchgängigen Pfosten-Riegel-Konstruktion Schüco FWS 50.SI und der Schüco AOC 50 ST.SI als Warmfassade. Hier mussten Brandschotts eingebaut werden, die im System nicht enthalten sind. Wir konnten diese Herausforderung aber durch Sonderkonstruktionen lösen, die den Normen in der Umsetzung für den Brandschutz entsprechen und sich zudem unsichtbar in das Fassadensystem integrieren ließen. Technisch war es eine Herausforderung, die Visionen aus dem Entwurf auch konstruktiv umzusetzen.

Wie würden Sie die Zusammenarbeit zwischen Schüco und den Planungsbeteiligten beschreiben?

Jürgen Schütz: Wenn man technisch anspruchsvolle Fassaden plant, ist eine gute Beratung für alle Planungspartner wichtig. Da sind wir bei Schüco sehr gut aufgehoben.

Wenzel Steinhage: Auf dem Areal finden sich einige Gebäude, bei denen Schüco Produkte verbaut wurden. Als innovativer Systemgeber ist Schüco für uns ein wichtiger Partner, unsere gestalterischen Visionen auch technisch umsetzbar zu machen.

Was hat ihnen am meisten Spaß gemacht am Neubau des ICW 8?

Wenzel Steinhage: In meiner Position als Leiter Immobilien Management führe ich die Ideen fort, die von anderen erdacht wurden. Besonders der Austausch mit den Architekten und den Nutzern in Bezug auf neue Arbeitsplatzkonzepte und die daraus entstehenden Herausforderungen und Chancen waren inspirierend. Wenn man dann auch noch die gleiche Architektursprache spricht, dann ist es perfekt!

Jürgen Schütz: Besonderen Spaß gemacht hat mir bei diesem Gebäude die Erstellung der Fassade. Denn erst mit der Fertigstellung der Hülle entsteht das Gebäude, erwacht es zum Leben. Das ist der schönste Augenblick, wenn die Vision auf dem Papier Realität wird…

Pressemitteilung: Schüco