26. April 2019

Fassade 18: Fassaden und Feuer – Materialien, Konstruktionen, Regelwerke

Tagung des Instituts für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg

Referenten und Initiatoren der Tagung Fassade 18. Foto: Sonja Schön

Augsburg (pm) – Als fixer Termin im Jahreskalender von Fassadenspezialisten gilt die renommierte Fassadentagung, die das Institut für Bau und Immobilie der Hochschule Augsburg jährlich ausrichtet. Über 230 Gäste aus Wissenschaft und Lehre, Fassadenbau und -planung kamen am Donnerstag, 22. Februar 2018 nach Augsburg zur Handwerkskammer für Schwaben und hörten die Fachvorträge der Referenten zum Thema „Fassaden und Feuer“, besuchten die begleitende Ausstellung, trafen Fachkollegen und diskutierten die aktuellsten Themen. Im bis auf den letzten Platz besetzten Auditorium der Handwerkskammer für Schwaben referierten die Experten zu Brandschutz mit Holz in Gebäudeklasse 5, Risikoanalysen und Brandsimulation, Brandschutzvorgaben, Prüfmethoden und Anforderungen sowie zu Brandschutzkonstruktionen unterschiedlicher Materialien.

Der Augsburger Architekt Frank Lattke (lattkearchitekten) stellte die Modernisierung von Bauwerken der Gebäudeklassen 4 und 5 mit der TAS Energy Facade, eine standardisierte Skelett- und Plattenbauweise aus Holz, vor. Mit ausgefeilten Details ist der Brandschutz auch mit dem brennbaren Fassadenmaterial Holz zu lösen. Lattke unterstrich die enorme Bedeutung der Grundlagenermittlung vor Beginn der Baumaßnahme und pries die umfassende Bestandsaufnahme als „Schlüssel zum Glück“.

Dr. Kathrin Grewolls (Ingenieurbüro für Brandschutz Kathrin Grewolls, Ulm und Chemnitz) schilderte anschließend die unterschiedlichen Vorschriften der Landesbauordnungen hinsichtlich Brandschutz und stellte dann numerische Verfahren zur Simulation von wahrscheinlichen Brandszenarien bei Fenstern und Fassaden vor. Die Brandschutzsachverständige betont, dass die Simulationen „nicht den worst case simulieren, sondern den worst credible case, der jeden Tag passieren könnte“.

Dr. Heribert Oberhaus (Sachverständigenbüro Bauforschung Oberhaus) ging ausführlich auf Brandschutzvorgaben für opake Fassaden ein und behandelte WDV-Systeme und vorgehängte hinterlüftete Fassaden.

Prof. Ulrich Sieberath (ift Rosenheim) erläuterte in seinem Vortrag die Anforderungen an Vorhangfassaden nach MBO (Musterbauordnung) sowie Verwendbarkeitsnachweise und Brandprüfungen, wie zum Beispiel die Prüfung zur Verhinderung der Brandweiterleitung nach EN 1364-4.

Dr. Claus Weller (Ingenieur- und Sachverständigenbüro Claus Weller, Urbach) referierte über Brandschutzkonstruktionen bei Türen, Fenstern und Fassaden aus PVC und Prof. Michael Lange (Prof. Michael Lange Ingenieurgesellschaft mbH, Hannover) zeigte Brandschutzkonstruktionen aus Metall. „Wichtig ist auch die Planung einer vernünftigen Sprinkleranlage, denn Brände entstehen ja meist im Rauminnern“, rät Prof. Lange.

Den Abschluss der rundum gelungenen Fachtagung machte der Architekt Maximilian Ernst (Leiter Anwendungstechnik puren gmbh), der in seinem Vortrag sichere Konstruktionen mit Hochleistungsfassadendämmstoffen vorstellte. Die rege Diskussion im Anschluss zeigte das große Interesse der Gäste sowie die Aktualität der behandelten Themen.

Weiterbildung zum Fachingenieur Fassade Für Interessenten des einjährigen weiterbildenden Zertifikatsstudiums Fachingenieur Fassade (nächster Start am 1. Oktober 2018) bieten die Offenen Seminare am 13. und 14. April sowie am 19. Mai 2018 Gelegenheit zur detaillierten Information.

Pressemitteilung: Hochschule Augsburg