18. Dezember 2018

Eröffnung des BIM-Forschungslabs an der HafenCity Universität Hamburg

Wie Digitalisierung anhand von Building Information Modeling (BIM) in Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden genutzt werden kann, erforscht und erprobt künftig das interdisziplinäre BIMLab@HCU als Laboratorium für die Metropolregion Hamburg

BIMLab (c) - HCU Hamburg

Hamburg (pm) – An der HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg) ist am 9. Juli 2018 im Holcim Auditorium vor rund 100 Gästen und Interessierten aus Architektur- und Ingenieurbüros und aus Hamburger Behörden sowie mit zahlreichen Lehrenden und Studierenden die Auftaktveranstaltung für das Building Innovation Lab (BIMLab@HCU) begangen worden. In dem neuen Lehr- und Forschungslaboratorium für BIM – Building Information Modeling – sollen vielfältige Themen zu digitalen integrierten Prozessen und neue Perspektiven sowie praxisnahe Möglichkeiten erarbeitet werden. BIM bezeichnet dabei eine kooperative, modellbasierte Planungsmethodik und nutzt digitale Prozesse und Strategien für Planung, Bau und Betrieb von Gebäuden. Das BIMLab@HCU wird von Bauingenieur-Professorin Dr.-Ing. Annette Bögle, Architektur-Professor Dipl.-Ing. Reinhold Johrendt und dem Architekten Prof. Daniel Mondino geleitet. Künftig soll das Lab der Metropolregion Hamburg als Laboratorium für die Anwendung von BIM und als Plattform für die Weiterentwicklung der Methode dienen.

Die Digitalisierung des Alltags schreitet mit großen Schritten voran, der digitale Wandel verändert auch das Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken. BIM als digitales integriertes Prozessmanagement zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauwerken, auch „Bauwerksdatenmodellierung“ genannt, ist dabei unerlässlich. Das neu gegründete BIMLab@HCU findet an der HCU Hamburg mit ihrem inter- und transdisziplinären Ansatz ein ideales Umfeld für Building Information Modeling als Querschnittsdisziplin. Die kooperative Arbeitsmethodik zur digitalen Verwaltung der Informationen und Daten von Bauwerken soll an der HCU Hamburg künftig gemeinsam mit allen Akteuren des Planens, Bauens und Betreibens weiterentwickelt werden. Mit der Besetzung der neuen Stiftungsprofessur für Digitales Integriertes Prozessmanagement durch den Architekten Prof. Daniel Mondino wird die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit digitalen Planungswerkzeugen und der interdisziplinäre Austausch an der HCU Hamburg gestärkt. Ermöglicht wurde die Professur durch die EUROPA-CENTER Uwe Heinrich Suhr Stiftung.

„BIM ist geeignet die allgegenwärtigen „7 Plagen des Bauens“ zu beherrschen – angefangen von der präzisen und realistischen Definition des Bauvorhabens über die intensive Kommunikation und einen aktuellen Informationsaustausch bis hin zum Management von Planung und Bau. BIM ist eine zeitgemäße Methodik, eine Philosophie, Sichtweise und Handlungsgrundlage für alle Baubeteiligten. Das BIMLab@HCU soll für die Lehre, die Forschung und den intensiven Austausch aller Interessierten die Plattform des Nordens werden.“, so Dr.-Ing. Walter Pelka, Präsident der HafenCity Universität Hamburg.

Uwe Heinrich Suhr, EUROPA-CENTER Uwe Heinrich Suhr Stiftung dazu: „Als Praktiker, der täglich mit Architekten, Bauherren und Investoren zu tun hat, weiß ich, wie wichtig eine verifizierte Datengrundlage für große Projekte ist. BIM sollte für alle Bauherren relevant sein und hilft Lösungsansätze zu finden. Ich wünsche mir, dass Hamburg und die HCU Hamburg in Zukunft bei BIM eine Vorreiterrolle einnehmen.“

„BIM ist im Wesentlichen eine digitale Verknüpfung einer objektorientierten dreidimensionalen Planung mit einem Attribut. Diese Attributisierung gibt uns anhand von Bestellvorgängen und Produktionsprozessen neue Möglichkeitsräume. BIM ist der Hauptkern und der digitale Link zwischen realer und virtueller Planung. In der Verbindung mit weiteren digitalen Technologien wie Blockchain und K.I. ermöglicht BIM Planungsprozesse digital zu gestalten.“, so Dr. Alexander Rieck, Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, Stuttgart und LAVA (Laboratory For Visionary Architecture), Stuttgart.

Prof. Daniel Mondino, Professur für Digitales Integriertes Prozessmanagement – Planen, Building Information Modeling (BIM), HCU Hamburg: „Wir müssen uns bewusst sein, dass die Menschen, die wir heute ausbilden am Ende des Studiums einer völlig anderen digitalen Welt begegnen. Darauf muss unsere Ausbildung reagieren. Wir verstehen das BIMLab als Hotspot für die Digitalisierung im Bauen, Planen und Betreiben der Metropolregion Hamburg.“

Prof. Dr.-Ing. Annette Bögle, Professur für Entwurf und Analyse von Tragwerken, HCU Hamburg dazu: „Wir müssen über die Grenzen der Disziplinen hinaus kommunizieren, da BIM eine Querschnittsdisziplin ist. Wir wollen in Zukunft das dazugehörige Kompetenzzentrum sein.“

„Auch in der Grundlagenforschung zu BIM sind wir bestens aufgestellt. 75 % unserer Masterstudierenden belegen bereits eines unserer BIM-Seminare. Für unsere Studierenden hat sich gezeigt, dass BIM ein Modell für die Zukunft ist.“, so Prof. Dipl.-Ing. Reinhold Johrendt, Professur für Bauökonomie, HCU Hamburg.

Die Vorbereitungen für die Einrichtung des Lab haben drei Jahre in Anspruch genommen. Das Lab hat bereits im Januar 2018 die Arbeit aufgenommen. Das BIM Lab@HCU soll zu einer ersten Adresse bei der Erforschung und Weiterentwicklung modellbasierter Planung und Bearbeitung von Bauprojekten in Hoch- und Tiefbau sowie in der Infrastrukturplanung werden. Darüber hinaus wird die Digitalisierung von Bauplanung, Ausführung und Instandsetzung auch die Berufsbilder in Architektur und Bauingenieurwesen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten nachhaltig verändern. Die HCU Hamburg und das BIMLab@HCU wollen in Forschung und Lehre diese Entwicklung mitgestalten und in Bezug auf die Methode BIM und den damit verbundenen Qualifikationsmöglichkeiten die Studierenden, Absolventinnen und Absolventen zeitgemäß und zukunftsorientiert auf die Praxis und spätere Berufswelt vorbereiten.

Pressemitteilung: HafenCity Universität Hamburg (HCU Hamburg)