18. Dezember 2018

Ein Kühlhaus wird „cool“: Startschuss für Bau- arbeiten und Digital-Hub

Visualisierung Kuehlhaus EISWERK - (c) Trockland

Berlin (pm) – Nach umfangreichen Planungen für das denkmalgeschützte Ensemble „Eiswerk“ in Berlin-Mitte liegt nun die Baugenehmigung vor. Auf dem Gelände einer der ältesten Kunsteisfabriken Deutschlands haben daraufhin bauvorbereitende Arbeiten zur Sanierung und Erweiterung des Wohnhauses und Kühlhauses begonnen. Zwischen Köpenicker Straße und dem Spreeufer entsteht bis Anfang 2021 ein neues Stadtquartier mit Mietwohnungen, Gewerbe und kreativwirtschaftlicher Nutzung. Besonders erfreut ist Bauherr und Projektentwickler Trockland über den neuen Ankermieter Techspace. Das expandierende Unternehmen aus Großbritannien wird im Kühlhaus auf rund 4.400 m² Mietfläche einen zweiten Workspace-Standort für kreative, schnell wachsende Unternehmen der Digital- und Technologiewirtschaft betreiben.

Für Techspace ist das ehemalige Kühlhaus mit seinem Industriecharme ein idealer Standort. David Galsworthy, Co-Founder und CEO von Techspace sagt: „Eiswerk ist ein spannendes Projekt und ein Bekenntnis für das Engagement von Techspace zur Berliner Technologieszene. Die Anmietung ist ein wichtiger Schritt unserer europäischen Expansionsstrategie und wir freuen uns, gemeinsam mit Trockland diesen bedeutenden Standort zum Leben zu erwecken.“

Im Zuge der Sanierung des 1910 erbauten Kühlhauses wurde die vollständig geschlossene Fassade wieder in den Ursprungszustand versetzt und geöffnet. In Anmutung an die Originalfassade werden kleinteilige Industriefenster eingebaut. Das Dach wird in die zukünftige Nutzung integriert und große Glasflächen sollen für viel Licht sorgen. Die neue Fernwärmetechnik wird dem neuesten Standard unterliegen wie auch der Glasfaseranschluss. Im zentralen Treppenhaus bleibt der historische Fahrstuhlschacht erhalten und kann beispielsweise für Kunstinstallationen genutzt werden. Für den Personentransport werden zusätzlich zwei neue Aufzüge eingebaut. Das Kühlhaus erhält ein neues Entrée in gestalterischer Anlehnung an die Durchfahrt.

Trockland wird den Innenausbau nach den Vorgaben von Techspace ausführen. Nach Fertigstellung sollen über 700 Techspace-Mitglieder hier ideale Arbeitsbedingungen vorfinden. Die Philosophie von Techspace ist auf schnell wachsende „Scale-ups“, also High-Tech Start-ups zugeschnitten. Das Unternehmen will seinen Mitgliedern dadurch eine Community aus Unternehmen sowie potenziellen Partnern und Kunden bieten. Das international agierende Immobilienberatungsunternehmen Avison Young, das Techspace exklusiv bei der Expansion in Deutschland berät, hat die Vermietung des Kühlhauses vermittelt.

Das Architekturbüro GRAFT ist sowohl für das Design der Neubauten als auch für die Sanierung der Bestandsgebäude zuständig. GRAFT hat sich vom hier einst produzierten Stangeneis inspirieren lassen: Die Neubauten, insbesondere die einzelnen Etagen, sollen an übereinandergestapelte Eisblöcke erinnern und sich klar vom denkmalgeschützten Bestand abheben. Während der sechsgeschossige Neubau mit ca. 30 Mietwohnungen zur Straße hin eine Lücke schließt und in Dialog mit dem denkmalgeschützten Wohnhaus steht, wird das Bürogebäude im Innenbereich die Illusion von gleitenden, sich verschiebenden Eisblöcken erzeugen. Die Planung für dieses Gebäude befindet sich zurzeit in Abstimmung mit den Behörden, der Baubeginn ist für das zweite Quartal 2019 geplant.

Ein markantes Element der Architektur ist die Zufahrt auf den hinteren Grundstücksbereich und in die Tiefgarage. Über zehn Meter gestaffelt zieht diese sich in die Höhe und ermöglicht von der Straße die Sicht auf die Eisfabrik und zum Spreeufer. In der Durchfahrt des Kühlhauses wird die ehemalige Pförtnerloge in ein Café umgewandelt. Zudem sind drei weitere Gewerbeeinheiten – kleine Geschäfte und Gastronomie – entlang der Straßenfront geplant. Nach Fertigstellung der Neubau- und Sanierungsarbeiten werden rund 55 Mietwohnungen mit Flächen zwischen 40 m² und 150 m² zur Verfügung stehen. Alle Einheiten verfügen über einen Balkon oder eine Loggia.

Das 1893 von Carl Bolle „Bimmel Bolle“ erworbene Grundstück wurde zunächst mit Kühlhäusern bebaut. Zwischen 1910 und 1924 beauftragte Bolle für seine „Norddeutschen Eiswerke A.G.“ die Erweiterung um eine Wohn- und Fabrikanlage. Bis 1991 wurde hier Kunsteis produziert, die Kühlung von Lebensmitteln wurde noch bis 1995 fortgeführt. 2016 erwarb Trockland einen Teil des stark verfallenen Grundstücks.

Pressemitteilung: Trockland Management GmbH