21. September 2021

Ein Haus wie ein Kraftwerk

Powerhouse Telemark, Porsgrunn/Norwegen

(c) SageGlass®

Flamatt (pm) – Das Powerhouse Telemark ist eines der innovativsten Bürogebäude der Welt und das erste BREEAM-zertifizierte Gebäude in der norwegischen Provinz Telemark. Das Plusenergiegebäude gilt im Land als Leuchtturmprojekt für die grüne Wende in der Immobilienbranche und übt mit seiner Solararchitektur eine Strahlkraft weit über die Landesgrenzen aus. Auf dem geneigten Dach der imposanten Gebäudestruktur wird mit Hilfe der Sonne mehr Energie produziert, als in den Büros verbraucht werden kann.

„Powerhouse“ ist eine norwegische Klimahaus-Initiative des Architekturbüros Snøhetta zusammen mit der Umweltstiftung Zero, den Immobilienunternehmen Entra Eiendom, dem Bauunternehmen Skanska und dem Consultingbüro Asplan Viak. Um den Powerhouse Standard zu erreichen, müssen neben der Energieeffizienz und der Erzeugung erneuerbarer Energien die CO₂-Bilanz von Konstruktion, Abriss und sämtlichen verbauten Materialien nachgewiesen werden. Das Powerhouse Telemark ist das inzwischen vierte Powerhouse-Projekt des norwegischen Architekturbüros Snøhetta nach den bisherigen Schwesterbauten Powerhouse Kjørbo, Powerhouse Montessori und Powerhouse Brattørkaia.

Nachhaltiges Bürokonzept

Powerhouse Telemark ist ein hochmodernes Bürogebäude mit Plusenergiestandard und damit ein Modellprojekt im doppeltem Sinn, denn sowohl seine energetische Performance wie auch sein innovatives Innenraumkonzept sind wegweisend. Nach Ansicht von Snøhetta ist ein Gebäude erst dann wirklich nachhaltig, wenn es immer wieder für neue Nutzungen konfiguriert werden kann.

Die Architekten verfolgten daher eine Strategie von flexiblen Arbeitsbereichen und Räumen. Die 8 403 Quadratmeter Bürofläche verteilen sich auf elf einzigartige Etagen. Es gibt Co-Working-Spaces, ein Restaurant, gemeinsame Meetingräume und eine Dachterrasse mit Blick über den Fjord sowie eine Vielzahl völlig unterschiedlicher Büroebenen. Die interne Anordnung der Büros und Arbeitsräume ist so variabel gestaltet, dass jederzeit neue Arbeitsplatzkonfigurationen möglich sind, um den veränderten Ansprüchen seiner Nutzer gerecht zu werden.

Für die Verbesserung von Tageslichtausbeute und Energieverbrauch wurde die Anordnung der Büros nach dem Prinzip der Tageslichtoptimierung vorgenommen. Demzufolge wurden geschlossene Büroräume an die Nordost-Fassaden gelegt, die offenen und flexibel nutzbaren Büroflächen dagegen nach Süden und Westen orientiert. Die lichtoffene Holzverkleidung an den Fassaden bietet natürlichen Sonnen- und Blendschutz für die Arbeitsplätze und trägt auch dazu bei, dass sich die Außenwände nicht unnötig aufheizen. Mit solchen Lowtech-Maßnahmen konnte der Nettoenergieverbrauch des Powerhouse Telemark im Vergleich zu ähnlichen Neubauten um 70 Prozent gesenkt werden.

Solararchitektur vom Feinsten

Das elfstöckige Bürohaus am Ufer des Flusses Porsgrunnselva wurde von den Architekten strikt nach der Sonne ausgerichtet. Sie vergrößerten die Dachfläche durch eine 24-Grad-Neigung nach Süden und statteten sie komplett mit Photovoltaik-Panels aus. Nur ein kleiner Teil blieb für eine Dachterrasse frei. Darüber hinaus bezieht das Gebäude auch Sonnenenergie aus der an der Südfassade errichteten Photovoltaikanlage. Mit seinen insgesamt 1 482 Quadratmeter PV-Panels erzeugt das Powerhouse jährlich 256 000 Kilowattstunden Strom aus Solarenergie, weit mehr, als das Gebäude selbst verbraucht. Die mit dem Haus erzeugte überschüssige Energie wird an das Energienetz zurückgespeist.

Für die Belichtung des Konferenzzentrums unter dem geneigten Dach und seine verschieden großen Tagungsräume wurden Lichtbänder auf dem Dach installiert. Um die Sicherheit des Wartungspersonals auf dem stark geneigten Dach nicht zu gefährden, sollte hier kein außenliegender Sonnenschutz installiert werden. Aus diesem Grund entschieden sich Architekten und Bauherren für Oberlichter mit selbsttönendem Glas. Ausgeführt wurde die Verglasung mit SageGlass 2-fach Isolierglas Classic. Das elektrochrome Glas ermöglicht ein intelligentes Tageslichtmanagement mit sowohl automatischer wie manueller Steuerung. Im Normalfall reagiert das Glas selbstständig und tönt die Scheiben je nach Stärke des Sonnenlichteinfalls. Beim Powerhouse Telemark können die Gläser aber auch manuell angesteuert werden, um den Grad der Verdunkelung auch individuell regeln zu können.

Für Kjetil Trædal Thorsen, einen der Gründungspartner von Snøhetta, erwächst aus dem Klimawandel „eine zentrale Verantwortung von Architekten und Gestaltern, sich mit unserer gebauten Umwelt zu beschäftigen. Dafür brauchen wir mehr branchenübergreifende Allianzen wie Powerhouse, um Industriestandards für nachhaltige Gebäude und Städte zu etablieren, sowohl auf wirtschaftlicher, sozialer als auch auf ökologischer Ebene“. Das Powerhouse Telemark geht mit gutem Beispiel voran.

Pressemitteilung: SageGlass®