3. Dezember 2022

Deutscher Bauherrenpreis 2018

Berlin (pm) – Bei einer festlichen Preisverleihung im Rahmen der Berliner Baufachmesse bautec wurden am 21. Februar 2018 vor 400 Gästen aus Politik und Wirtschaft die Preise des Wettbewerbs zum Deutschen Bauherrenpreis vergeben und die Nominierten gewürdigt. Unter dem Vorsitz von Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA zeichnete die Jury 12 der 33 nominierten Vorhaben mit einem Preis aus.

Das Leitbild „Hohe Qualität zu tragbaren Kosten“ des seit 1986 ausgelobten Preises der Arbeitsgruppe KOOPERATION des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, des Bundes Deutscher Architekten BDA und des Deutschen Städtetages trifft auch heute noch den Kern der Bauaufgaben im Wohnungsbau.

„Kostenbewusstes Bauen mit hoher Qualität – das sind treffende Anforderungen an den Wohnungsbau. Wir brauchen hochwertige und bezahlbare Wohnungen, sowohl im Neubau als auch in der Bestandserneuerung, die einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten und in denen die Menschen auch gerne wohnen wollen“, erklärten die Auslober Axel Gedaschko, Präsident des GdW, Heiner Farwick, Präsident des BDA, und Barbara Bosch, Oberbürgermeisterin der Stadt Reutlingen und Stellvertretende Präsidentin des Deutschen Städtetages.

Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesbauministerium, betonte in seiner Einschätzung der Wettbewerbsergebnisse: „Von intelligentem Neubau und innovativer Bestandsentwicklung profitieren die Wohnquartiere und die Innenentwicklung der Städte. Das zeigen die ausgezeichneten Projekte in beispielhafter Weise.“

Bei dem Wettbewerb wurden Belange des Denkmalschutzes und der Freiraumplanung eingehend gewürdigt. Daher wurde der Preis durch den Bund deutscher Landschaftsarchitekten bdla und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt.

An wen gingen die 12 Preise?

Die Preise wurden von der Jury nicht wie in früheren Wettbewerben nach Neubau und Modernisierung unterschieden, sondern 11 Themen zugeordnet, die von der Jury nach Sichtung der Beiträge festgelegt wurden. „Damit war es besser als bisher möglich, der Komplexität und Vielfalt der eingereichten Projekte gerecht zu werden“, erläuterte Heiner Farwick.

Der Preis zum Thema „Revitalisierung von Wohnsiedlungen“ ging an die Bremerhavener städtische Wohnungsgesellschaft, die mit dem Architekten Hans-Joachim Ewert  eine Schlichtwohnanlage aus den 1950er Jahren zu einem altersgerechten Wohnquartier umgebaut hat. Der Projektname „Living streets“ deutet auf die innovativen Laubengänge als Verbinder der Nachbarschaft rings um den attraktiven Gemeinschaftshof hin.

Revitalisierung von Wohnsiedlungen: LIVING STREETS Bremerhaven –
Barrierefreie und altersgerechte Modernisierung eines Wohnquartiers der 1950er Jahre – Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven mbH © Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven mbH, Bremerhaven

 

Zum Thema „Umnutzung für das Wohnen“ ist es der Bauwert CA Grafenberger Allee als Bauherrin mit Konrath und Wennemar Architekten Ingenieure BDA gelungen, einen aus großen Rundkörpern bestehenden Bürokomplex in Düsseldorf zu dem ungewöhnlichen Wohnquartier ‚Living Circle’ umzubauen.

Umnutzung für das Wohnen: Living Circle Düsseldorf – Umbau eines Bürokomplexes zu einem ungewöhnlichen Wohnquartier –
Bauwert CA Grafenberger Allee GmbH © Andreas Hagemann

„Bauen in schwierigen Lagen“ war das Thema, das die Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Rosenheim gemeinsam mit den BDA-Architekten aus bogevischs buero architekten & stadtplaner preiswürdig gestaltet hat. Die Wohnanlage Finsterwalder Straße bietet familienfreundliches Wohnen in einer lärmbelasteten innerstädtischen Lage, die zu einem attraktiven Stadtbaustein mit ruhigem Innenhof verwandelt wurde.

Bauen in schwierigen Lagen: Finsterwalder Straße, Rosenheim – Familienfreundliches Wohnen in innerstädtischer Lage – GRWS Wohnungsbau- und Sanierungsgesellschaft der Stadt Rosenheim © Michael Heinrich

Zum Thema „Bauen in Gemeinschaft“ hat die Berliner Bauherrengemeinschaft „Ausbauhaus Neukölln“ mit Praeger Richter Architekten einen überzeugenden Beitrag geleistet. Der flexible Innenausbau eines als Rohbau mit hoher Vorfertigung vorgegebenen Wohnhauses in Eigenregie zeigt, dass individuelle Wohnverhältnisse zu erschwinglichen Kosten möglich sind.

Bauen in Gemeinschaft: Ausbauhaus Berlin-Neukölln – Flexibler Innenausbau eines Wohnhauses in Selbsthilfe –
Bauherrengemeinschaft Ausbauhaus Neukölln GbR © Andreas Riedel

Das Thema „Stadtreparatur durch Wohnungsbau“ wurde von der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mit Herwarth Architekten und ARP ArchitektenPartnerschaft bei der Gestaltung der „Neuen Ortsmitte Botnang“ vorbildlich umgesetzt. Ein Wohnensemble mit vielfältigen Dienstleistungsangeboten hat eine innerstädtische Brache zur verbindenden Mitte eines Stuttgarter Ortsteils verwandelt.

Stadtreparatur durch Wohnungsbau: Neue Ortsmitte Stuttgart-Botnang – Wohnensemble verwandelt innerstädtische Brache zur verbindenden Mitte – SWSG Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft © Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH (SWSG)

Wie „Neue Wohngebiete“ preiswürdig gebaut werden können, hat die Bauherrin jenawohnen mit Junk & Reich Architekten BDA bei dem Projekt ‚Wohnen mit Weitblick’ auf den Jenaer Friedensberg-Terrassen gezeigt. In exponierter Hanglage ist ein unverwechselbares Wohnquartier für unterschiedlichste Wohnansprüche entstanden.

Neue Wohngebiete: Wohnen mit Weitblick – Friedensberg Terrassen, Jena – Neues Wohngebiet vermittelt den Übergang der Stadt zur Landschaft – Jenawohnen GmbH © jenawohnen GmbH

Der „Weiterbau von Quartieren“ wurde von der Halleschen Wohnungsgenossenschaft FREIHEIT mit Brambach & Dressler Architekten BDA im Hallenser Königsviertel beispielhaft gelöst. Die Bauherrin hat mit der sensiblen und gestalterisch bemerkenswerten Neubebauung einer Brache einen wichtigen Anstoß zur Revitalisierung eines lange durch Leerstand und Verfall geprägten gründerzeitlichen Viertels gegeben.

Weiterbau von Quartieren: Königsviertel, Halle (Saale) – Quartiersergänzung auf einer ehemaligen Brache im gründerzeitlich geprägten Stadtviertel – Hallesche Wohnungsgenossenschaft Freiheit eG © Marco Warmuth

Mit „Bauen für Nachbarschaften“ wurde von der Jury ein Thema gewählt, das in besonderem Maße die soziale Ausstrahlung eines Projektes auf sein Umfeld würdigt. Der Preis ging an die Münchener Genossenschaft WOGENO, die mit den Architekten FUNK WA 10 Zwingel Dilg Färbinger Rossmy im Münchener Quartier Domagk Park einen Baukomplex geschaffen hat, der sich mit seinen vielfältigen Nutzungsangeboten an die eigenen Bewohner ebenso wie an die Nachbarschaft richtet.

Bauen für Nachbarschaften: Domagkpark München – Genossenschaftliches Bauen mit hohem sozialen Anspruch – WOGENO München eG © Michael Heinrich

Das Projekt ‚Grüner Weg’ in Köln-Ehrenfeld ist ein bemerkenswerter Beitrag zum Thema „Konversion durch neue Quartiere“. Die GAG Immobilien AG zeigt hier mit ASTOC Architects and Planners, Molestina Architekten BDA und Lorber Paul Architekten BDA, wie eine komplizierte Industriebrache zum lebendigen Viertel für Wohnen und Arbeiten werden kann.

Konversion durch neue Quartiere: Grüner Weg, Köln-Ehrenfeld – Von der Industriebrache zum lebendigen Viertel für Wohnen und Arbeiten – GAG Immobilien AG Köln © Jens Willebrand

„Kleine Wohnanlagen“ wurde von der Jury als Thema mit besonderer Bedeutung für den ländlichen Raum gesehen. Dazu lieferte das Projekt NeckarFair der Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen mit Architekturbüro Johannes Martin einen herausragenden Beitrag. Errichtet wurde eine kostengünstige neue Wohnanlage mit vielfältigen sozialen Angeboten.

Kleine Wohnanlagen: NeckarFair Villingen-Schwenningen – Kostengünstige neue Wohnanlage mit vielfältigen sozialen Angeboten – Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen mbH © Wohnungsbaugesellschaft Villingen-Schwenningen mbH

Das Thema „Serielles und modulares Bauen“ wurde von der Jury als so wichtig erachtet, dass zwei Preise vergeben wurden: Das Pilotprojekt „Wohnen über dem öffentlichen Parkplatz“ am Dantebad der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GEWOFAG mit Florian Nagler Architekt BDA zeigt, wie dank effizienter Vorfertigung kostengünstiger Wohnungsbau schnell und dazu noch über einem spektakulären Grundstück errichtet werden kann.

Serielles und modulares Bauen: Pilotprojekt Dantebad , München – Wohnen über dem öffentlichen Parkplatz – GEWOFAG Holding GmbH München © Stefan Müller-Neumann, München

Mit dem ‚Bremer Punkt’ hat die landeseigene GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen mit LIN Architekten Urbanisten einen würfelförmigen Bautyp entwickelt, der für die serielle bauliche Ergänzung von Siedlungen der 1950er und 1960er Jahre geeignet und dabei so flexibel ist, dass er passgenau auf die Bedarfe in den vorhandenen Nachbarschaften eingehen kann.

Serielles und modulares Bauen: Bremer Punkt, Bremen – Serielle Innenentwicklung in Siedlungen der 1950er und 1960er Jahre – GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen Bremen © Nikolai Wolff

 

Die festliche Preisverleihung im Berliner Palais am Funkturm wurde von der Baufachmesse bautec unterstützt. „Wir sind stolz, dass wir diesen für die gesamte Baubranche wichtigen Wettbewerb im Rahmen unserer Messe präsentieren konnten“, erklärte Karel Heijs, Geschäftsbereichsleiter Life Sciences, für die bautec.

 

Pressemitteilung: GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.