26. Mai 2019

Design und Bauphysik in Perfektion: Holz auch beim mehrgeschossigen Bauen zeigen

Geschosswohnungsbau-Pilotprojekt made of Ligno

Lignotrend / Foto: Foto&Design, Waldshut-Tiengen

Weilheim-Bannholz (pm) – Holz hält Stand: Brandschutz, Schallschutz, Erdbebensicherheit – moderne Holzbauten haben bauphysikalische und konstruktive Stärken. Mit Ästhetik, wohngesundem Raumklima und guter Akustik überzeugen die beiden viergeschossigen Mehrfamilienwohnhäuser im Lauchringer Riedpark, dank nahezu ausschließlicher Konstruktion mit Lignotrend-Bauteilen und der Ausstattung mit einem ökologischen Wärmedämmverbundsystem der Firma Gutex. Die beiden Schwarzwälder Unternehmen zeigen einmal mehr, was in der modernen Holzbauarchitektur nun auch mehrgeschossig möglich ist – unter Anwendung von Baustoffen mit regionalem Ursprung. Federführend in der Planung war der ortsansässige Architekt Jörg Kaiser.

Neuerungen in der Landesbauordnung Baden-Württemberg hinsichtlich des Brandschutzes erlauben seit 2015, dass auch im mehrgeschossigen Holzbau Decken, tragende und aussteifende Wände sowie Stützen aus Holz sichtbar und unverkleidet bleiben dürfen. Das bedeutet, dass es auch bei Wohngebäuden bis zu 13 Metern Höhe möglich ist, Lignotrend-Brettsperrholzkomponenten mit ihrer besonderen Sichtqualität und den effektiven Akustikprofilen zu verwenden. Endlich können auch Bewohner mehrgeschossiger Holzbauten alle Vorteile genießen, die sie bereits aus wohngesunden Einfamilienhäusern in Holzbauweise kennen: Bestes Raumklima, gute Akustik und hohe Designqualität.

Urbanes Vorzeigeprojekt

„Leuchtturmprojekte“ dieser Entwicklung in Baden-Württemberg sind zwei viergeschossige Wohnbauten made of Ligno im neu entstehenden urbanen Quartier „Riedpark“ des südbadischen Ortes Lauchringen.

Der Riedpark ist das urbane Vorzeigeprojekt der florierenden Gemeinde im Landkreis Waldshut. Mit einem Zuwachs von bis zu 70 Einwohnern pro Jahr wird dringend lebenswerter und dabei bezahlbarer Wohnraum benötigt. Nach dem Masterplan der Stuttgarter Architekten Wick und Partner entsteht bis Ende 2018 ein zukunftsfähiger Mix aus sozial ausgewogen durchmischten Wohnformen, Handel und Gastronomie inmitten attraktiver Grünflächen.

Die zwei Mehrfamilienwohnhäuser beherbergen sechzehn Wohneinheiten unterschiedlicher Größe und sind als Zwei- und Dreispänner organisiert. Ihre Gestaltung richtet sich nach den Vorgaben des Gestaltungsleitfadens der Gemeinde, der ein abgesetztes Attikageschoss, eine Putzfassade, extensive Dachbegrünung und eine Photovoltaikanlage auf den Dachflächen vorsieht.

Mit Vorurteilen im Holzbau aufräumen

Jörg Kaiser, der als baugewerblicher Architekt mit seiner Projektgesellschaft Wasenweg GmbH bei einem der Gebäude auch die Ausführung verantwortete, sah für die Konstruktion beider Mehrgeschosser ursprünglich ein Hybridsystem aus Stahlbeton und Holz vor. Zwar integriert er Lignotrend-Elemente seit Jahren regelmäßig in seine Bauten – aber einen reinen Massivholzbau in Gebäudeklasse 4, ganz auf Basis der innovativen Brettsperrholzbauteile für Wände, Decken und Dach, hatte er trotz veränderter Landesbauordnung noch nicht konzipiert. Zu hoch schienen bislang die Hürden hinsichtlich Brandschutz, Schallschutz und Statik und auch seine Bauherren äußerten sich dahingehend oft skeptisch.

Doch noch während Kaiser an den Baueingabeplänen arbeitete, erfuhr er von den neuen brandschutztechnischen Möglichkeiten mit Bauteilen made of Ligno. Die Holzbauspezialisten aus dem benachbarten Weilheim-Bannholz hatten die Chance genutzt, die sich mit der neuen LBO ergeben hatte und ihre auf Sichtqualität spezialisierten Brettsperrholz-Elemente auch für die höheren Gebäudeklassen entwickelt und geprüft. Jörg Kaiser nahm die Herausforderung an und realisierte beide Wohngebäude in Lignotrend-Massivholzbauweise. Dass dabei das Holz sichtbar bleiben konnte und an den Ligno-Bauteilen mit astfreien Weißtannenholz zugleich eine designgeprägte Innenarchitektur möglich wird, freute den Gestalter besonders. Mit dem ökologischen Wärmedämmverbundsystem Thermowall von Gutex wird mit natürlichen Holzfaserdämmstoffen die wohngesunde Massivholzbau-Philosophie an der Gebäudehülle weitergeführt.

Mit der Realisierung der beiden Häuser dürften die Zeiten endgültig vorbei sein, in denen sich Holzbaubefürworter mit klassischen Vorurteilen wie „Holz brennt“, „Holz fault“ und „Holz ist laut“, auseinandersetzen mussten. Sie leisten Pionierarbeit für den modernen Holzbau und zeigen: Moderne Massivholzbauweise ist heute anderen Bauarten und Baumaterialien auch bauphysikalisch mindestens ebenbürtig.

Exzellenter Schallschutz im Massivholzbau

Mit ihren außerordentlichen Schallschutzqualitäten sind Decken made of Ligno für den Geschossbau prädestiniert. Der geprüfte Aufbau verhindert auch ohne unterseitige Bekleidung effizient die Trittschallübertragung zwischen den Geschossen. Eine Kalksplittschüttung und die darauf abgestimmte Schichtung sorgt für besten Schallschutz auch im Tieftonbereich – die dem Holzbau oft nachgesagte Hellhörigkeit und mangelhafte bauakustische Qualität trifft hier also definitiv nicht zu.

„Die Komfortbedürfnisse in Sachen Schallschutz sind mit Recht gestiegen. Diese zu erfüllen sind wir den Bauherren gegenüber schlicht schuldig. Wenn heute jemand individuell in hochwertige Holz-Architektur investiert, soll er auch besten Schallschutz erwarten können“, heißt es bei Lignotrend. Die heute verfügbaren hochwertigen Holzbau-Konstruktionen können sich ohne weiteres mit der Dauerhaftigkeit „herkömmlicher“ Bauweisen messen und sichern den Werterhalt einer Immobilie nachhaltig. Präzise Planung und Vorfertigung garantieren Bauherren und Investoren eine gleichbleibend hohe Bauqualität sowie eine sehr schnelle Planungs- und Bauzeit.

Im Riedpark war dies besonders eindrücklich zu beobachten: Während benachbarte Gebäude in Massivbauweise bei gleichem Baustart nur mäßig in die Höhe wuchsen, war in den beiden Holzbauten bereits der Innenausbau in vollem Gange.

Pressemitteilung: Lignotrend Produktions GmbH