21. August 2019

„Design trifft Funktion 2.0 – neue Aspekte für die Fassade“

Gemeinsame Entwicklung innovativer technischer und gestalterischer Lösungen für die technisierte Fassade mit Auswirkungen auf das Stadtklima

(c) „Kristof Lemp/BAF

Berlin (pm) – Die Gebäudehülle und insbesondere die Fassade gehören zu den Bauteilen, die vor dem Hintergrund des ressourceneffizienten Bauens das höchste Innovationspotenzial aufweisen. Zum zweiten Mal initiierte der Bundesverband Ausbau und Fassade (BAF) im Zentralverband des Deutschen Baugewerbes das Projekt „Design trifft Funktion 2.0“. Drei Hochschulen, zwei Meisterschulen und ein Berufsbildungszentrum entwickelten gemeinsam innovative technische und gestalterische Lösungen für die technisierte Fassade, die auch neue Funktionalitäten wie Staubbindung und Lärmreduktion als positiven Beitrag für das Stadtklima von Großstädten im Focus haben. Die drei auf der Messe FARBE, AUSBAU & FASSADE in Köln im März 2019 vorgestellten Projekte greifen Putzoberflächen als Schallschutz, die mit verschiedenen Pflanzen bestückte Fassade sowie Moos als Begrünungsvariante auf. Caparol begleitete das Projekt als Hauptsponsor mit technischem Know-how, notwendigen Materialien und finanziellen Mitteln.

„Unser gemeinsames Ziel war es, einen Anstoß zu geben, die intelligente Fassade unter qualitativen und designorientierten Gesichtspunkten weiter zu entwickeln“, so Stuckateurmeister Rainer König, Vorsitzender des Bundesverbandes Ausbau und Fassade. „Auch in der zweiten Runde bin ich fasziniert, was in diesem engen Zusammenspiel zwischen Hochschulen und Meisterschulen entstand. Diese Ideen geben unserem Stuckateurhandwerk neue Impulse und ermöglichen uns eine fundierte Weiterentwicklung entsprechend der heutigen Umweltbedingungen.“

Für den Geschäftsführer der CAPAROL Farben Lacke Bautenschutz GmbH, Dipl.-Ing. Guido Kuphal, hat die Fassade heute vielfältige Funktionen. „Sie ist längst mehr als die reine Gebäudehülle und hat heute weitere Funktionalitäten, nicht nur beim Aussehen, sondern auch im Hinblick auf die Stadtgesundheit. So sind wir sehr erfreut, was für neuartige Ideen im Zusammenspiel von Hoch- und Meisterschulen entstanden sind. Daher haben wir das Projekt auch im Jahr 2019 sehr gerne fachlich und finanziell unterstützt!“

Die entwickelten Ideen:

Hochschule Darmstadt in Kooperation mit der Bundesfachschule für Stuckateure Heilbronn
Die traditionellen und innovativen Verarbeitungstechniken von Putz wurden untersucht. Neben dem gestalterischen Potential von Putz als Material lag ein Schwerpunkt auf der Suche nach den Möglichkeiten, Putzoberflächen zur Verbesserung der akustischen Qualität von Stadträumen einzusetzen, denn Strukturen, Texturen, Körnigkeiten und Hinterfüllungen der Oberfläche beeinflussen den Schall. Sie steuern schallrelevante Absorptions- und Diffusionsprozesse.

HFT Stuttgart in Kooperation mit dem Bildungszentrum für Ausbau und Fassade Leonberg
Im Mittelpunkt stand die begrünte bzw. belebte Fassade mit zukünftigen Ausgestaltungsmöglichkeit. Diese sollen das gestalterische und ökologische Potential von Putzfassaden in Alternative zum bisherig vorherrschenden Dogma der hygienisch reinen, dauerhaften und nicht Patina bildenden Putzfassade ausloten. Es wurden vier Putz-Zukunftsthemen mit der dreidimensional modulierten WDVS-Fassade ins Spiel gebracht: die flächig begrünte Fassade (Moos), die teilweise begrünte Fassade mit Pflanzkübeln, die teilweise begrünte Fassade mit Berankung (Efeu) und Putzmuster mit Inhaltsstoffen (Holz- und Metallspänne, Algen und Flechten).

Hochschule Bochum in Kooperation mit dem Bildungszentren des Baugewerbes e. V. (BZB)
Die Begrünung durch „Moos“ ist immer mehr auch in den Fokus großflächiger Anwendungen im öffentlichen Bereich gerückt. Allerdings ist diese Begrünungsvariante noch immer in der Erprobungsphase. In diesem Projekt ging es um flächige Verwendung von frischem Moos, das nahezu auf jeder Oberfläche wächst. Ausgehend von der Idee eines Waldspazierganges wurde ein “spiralförmiger Durchgang“ entwickelt. Die Innenflächen wurden mit Moos belegt.

Pressemitteilung: Zentralverband des Deutschen Baugewerbes