2. Dezember 2020

CITYFÖRSTER gewinnt Verfahren zur Stadterweiterung in Frankfurt am Main

Rotterdam (pm) – CITYFÖRSTER freut sich über die einstimmige Auswahl des Entwurfes für den geplanten „Stadtteil der Quartiere“ in Frankfurt Nordwest. Gemeinsam mit urbanegestalt (Köln) hat sich das Architekturbüro gegen sechs namhafte Teams mit einem Konzept durchgesetzt, das städtisches Wachstum mit der Etablierung von Kreisläufen verbindet.

Wie könnten auf dem bisher landwirtschaftlich geprägten Untersuchungsgebiet am Rande Frankfurts bis zu 10.000 Wohnungen und 8000 neue Arbeitsplätze entstehen?

Das Konzept von CITYFÖRSTER und urbanegestalt ist das Ergebnis eines monatelangen Workshop-Verfahrens, das unter großer Bürgerbeteiligung stattgefunden hat. Es ordnet den Großteil der neuen Wohnungen und Arbeitsplätze auf der Frankfurt zugewandten Seite der Autobahn an. Drei der vier neuen Viertel, die die Namen Lachgraben-Quartier, Produktives Praunheim und Neu-West-Stadt tragen, sind hier geplant.

Eine große Besonderheit: Das Untersuchungsgebiet bleibt zu 75 Prozent unbebaut. Die landschaftliche Weite und der Bezug zum Taunus  bleiben erhalten. Der Entwurf ist nach dem Prinzip „Landschaf(f)tStadt“ konsequent aus den Potentialen des Freiraums entwickelt. Im Nordwesten des Planungsgebietes entsteht eine „koproduktive Landschaft“, die auch eine neue Perspektive für die landwirtschaftliche Entwicklung aufgezeigt. Der sogenannte Agro-Hub ist hier zentraler Ort für das Management der Landnutzung, für Umweltbildung, Produktion und Verkauf regionaler Produkte. Die Täler von Urselbach, Lachgraben und Steinbach formen die Quartiere. Sie bilden wichtige Verbindungen in Ost-West-Richtung und mildern die Barrierewirkung der Autobahn. Der Steinbach und seine Uferzonen werden zu einem Naturpark für Freizeit und Erholung.

Um möglichst viel Landschaft zu schonen, wurde die Bebauung auf kompakten Flächen untergebracht. Dies bedeutet beispielsweise den Verzicht auf Einfamilienhäuser und das Planen von größtenteils fünf- bis sechsgeschossigen, vereinzelt auch höheren Gebäuden. Die U- und Stadtbahnen bilden das Rückgrat der Quartiere; das Erweiterungsgebiet „Steinbach-Ost“ schließt direkt an die schon vorhandene S-Bahn-Trasse an. Östlich der Autobahn wird das Netz durch die Verlängerung der  Frankfurter U-Bahnlinie 7 und der Regionaltangente West ergänzt.  Die Quartiere sind in Teilbereichen autofrei.

Für den Umgang mit den Hochspannungsleitungen und der Autobahn 5 bietet der Entwurf pragmatische und wirtschaftliche Lösungen an: So dienen etwa zusätzlich zu begrünten Deichen und Wänden auch gewerblich genutzte Gebäude als Lärm- und Immissionsschutz für die Bewohner. Weil die Wohnquartiere genügend Abstand halten, müssen außerdem die Hochspannungsleitungen nicht verlegt werden.

Es sollen zirkulär organisierte Quartiere entstehen – Quartiere im Kreislauf, die einen erheblichen Beitrag zur Versorgung mit Wasser, Energie und Nahrung leisten, die eine umweltverträgliche Mobilität fördern, die das Stadtklima regulieren und die Biodiversität stärken sowie Orte für sozialen Austausch und Gemeinschaft anbieten.

Lob gab es dafür nicht nur von den Frankfurtern sondern auch von der Jury. Unter anderem bescheinigt Barbara Ettinger-Brinckmann, die Vorsitzende des Preisgerichts und Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, dem Siegerentwurf „große Qualitäten“. Er präsentiere plausible Lösungsvorschläge für die vorhandenen Restriktionen, „ohne alles umzukrempeln“ und sei dabei auch wirtschaftlich tragfähig.

Das städtebauliche Konzept dient nun als Grundlage für die weiteren Schritte. So soll die Empfehlung der Jury gemeinsam mit Studien und Wirtschaftlichkeitsberechnungen bis Ende 2021 in einen ausführlichen Abschlussbericht einfließen.

Pressemitteilung: CITYFÖRSTER architecture + urbanism