22. Januar 2022

Changierende 3D-Fassade auf der Themse

Exklusiver Quay Club in London

Exklusiver Quay Club am Heron Quay in London © POHL Facade Division

Köln (pm) – Sechs Jahre nach den ersten Entwürfen des japanischen Architekturbüros JUN AOKI & Associates ist die Außenhülle des exklusiven Mitgliederclubs am Heron Quay fertig. Für die Umsetzung des Prestigeprojekts an der Canary Wharf wurde das Londoner Architekturbüro Adamson Associates beauftragt. Die durchdacht-gewellten Fassadenelemente fangen die Bewegung der Themse ein und bieten dem Betrachter ein schillerndes Farbenspiel mit 3D-Effekt. Über 6.000 qm Aluminiumfassade mit speziellem Oberflächenlack schmücken seit Sommer 2020 den Quay Club.

Im Herzen des ehemaligen Londoner Hafengengebiets liegt das Büro- und Einkaufsviertel Canary Wharf. Wo einst der Seehandel mit den Kanarischen Inseln florierte, sollte ab den 1980er Jahren eine Alternative zum Finanzdistrikt der City of London entstehen. Anfang der 2000er Jahre zog die erhoffte Nachfrage an und in Canary Wharf siedelten sich große Firmen wie J.P. Morgan oder Thomson Reuters an.

Fantastischer Blick über das Hafengelände

Der überwiegende Teil des Gebäudes steht auf Holzpfählen im Wasser. Der Eingangsbereich grenzt direkt an die Canary Wharf und bis zum ersten Stockwerk mit gewellten Marmorelementen gestaltet. Von der Dachterrasse des fünfstöckigen Quay Clubs können die Mitglieder einen fantastischen Blick über das Middle Dock des alten Hafengeländes genießen. Im Inneren des Clubs laden ein Bar- und Lounge-Bereich sowie ein Restaurant mit privaten Essensräumen zum Verweilen ein. Neben einem aufwendigen Fitness- und SPA-Angebot rundet ein Boutique-Hotel für Gäste der Mitglieder das Angebot ab.

Farbenspiel auf dem Wasser

Die Exklusivität des Clubs findet sich auch in der Außenhülle des Gebäudes wieder. Rund 1.700 Fassadenelemente aus Aluminium in drei Größen spiegeln die Wellenbewegungen der Themse. Die größten Kassetten messen 1840 x 2040 mm, die Kleinsten 920 x 420 mm. Zusätzlich zu den Blechpaneelen lockern perforierte Fassadenelemente die Gebäudehülle auf. Eckverbindungen oder Fenster-Ausschnitte bewegen sich in ähnlichen Dimensionen. Um die changierenden Wellen auf das Aluminium zu übertragen, arbeitet der Kölner Fassadenspezialist POHL mithilfe von Schablonen und Formen, die auf 3D-Zeichnungen basieren. Allein die spezielle Krümmung des Aluminiums macht die Illusion einer schillernden Wasseroberfläche aber noch nicht perfekt. JUN AOKI´s Vision lässt das Gebäude je nach Lichteinfall und Blickrichtung die Farbe wechseln. Bei Sonnenschein leuchtet der Quay Club in einem warmen Goldton, bei bedecktem Himmel schimmert die Fassade silbern. Um diesen Effekt zu erzielen wurde in Köln ein spezieller 2-Schicht-Lack entwickelt – das i-Tüpfelchen der architektonischen Vision. Zum Schutz vor der rauen Witterung durch Wasser und Industrie, erhalten die Aluminiumkassetten noch eine Seaproof-Vorbehandlung (chromfrei, Korrosionsklasse C4).

Vorgehängte hinterlüftete Metallfassade

Für den Quay Club fiel die Wahl der Architekten auf eine vorgehängte hinterlüftete Fassade. Die VHF ist immer nach dem gleichen Schema aufgebaut und überzeugt durch viele konstruktive Vorteile. Auf dem Tragwerk wird die Unterkonstruktion montiert, darauf die Isolierung, Hinterlüftung und Bekleidung. Dank dieses Aufbaus wird das Gebäude wirksam gegen Umwelteinflüsse oder auch mechanische Belastung geschützt. Durch die Verwendung von Edelstahl-Wandhaltern werden außerdem Wärmebrücken vermieden und die höchsten energetischen Anforderungen erfüllt. Den Projektzuschlag erhielt POHL Europlate, ein Bolzen-Einhang-System mit scharfkantigem Erscheinungsbild. Die Europanel Kassette wird vormontiert geliefert und dann über den POHL Bolzen in die Tragschienen der Unterkonstruktion eingehängt. Einzelne Fassadenkassetten können problemlos entfernt und wieder eingebaut werden. Die mehrfach vorgelochten Wandhalter ermöglichen es außerdem Rohbautoleranzen von +/- 25 mm auszugleichen.

Systemfassade reduziert Planungskosten

Bereits in der Planungsphase kann mithilfe einer POHL Systemfassade der Aufwand im Engineering erheblich reduziert werden. Vorkonstruierte Grundsatzdetails oder sogar fertige statische Bauteilversuche sind klare Vorteile eines gut etablierten Systems.

„Wir stellen unseren Partnern alle Zeichendetails unserer VHF Systemfassaden in 2D und 3D zur Verfügung. Auch BIM basierte Planung ist damit möglich, sagt Peter Marquardt, Leiter Technik und Projektmanagement bei der Christian Pohl GmbH.“

Zusammen mit einem Ingenieurbüro für Glas und Fassadenbau als DIBt zertifizierte Stelle hat POHL im vergangenen Jahr die Tragfähigkeit der Systemkomponenten von POHL Europlate und POHL Europanel anhand von Bauteilversuchen ermittelt. Beispielsweise ist die Anzahl der Bolzen pro Blech ein wichtiger Faktor für Planungs-, Material-, und Statik-Kosten. Für die maximale Blechgröße von 2 x 6 Metern kann POHL nun die Durchbiegung durch Windlasten mit Tests belegen. Resultat ist eine bis zu 30 Prozent höhere Belastbarkeit, als bisher rechnerisch angenommen.

Quay Club soll weltweit für Furore sorgen

Die Quay Club-Gründer Gary Landesberg und Familie Waney sind in London nicht nur durch den legendären Arts Club in Mayfair stadtbekannt. Neben dem Restaurant Zuma in Knightsbridge und die japanische Restaurantmarke ROKA verspricht auch das neue Projekt in Canary Wharf gut besucht zu sein. Nach einem erfolgreichen Start des Quay Clubs möchten die Betreiber Schwesterclubs in allen wichtigen Finanzzentren der Welt gründen. Dubai, New York, Singapur und Shanghai stehen bereits in der engeren Wahl.

Pressemitteilung: Christian Pohl GmbH