Düsseldorf (pm) – Eine Ende 2025 abgeschlossene Erhebung unter Bauunternehmen macht deutlich: Die nachhaltige Transformation der Bauwirtschaft – und nicht zuletzt der Bauunternehmen – ist im vollen Gange. Deutsche Bauunternehmen setzen vermehrt auf Abfallvermeidung, Vorfertigung, einen elektrifizierten Fuhrpark sowie biobasierte oder alternative Baumaterialien.
Der wichtigste Grund für die Bauunternehmen ist dabei nach eigenen Angaben die Einhaltung von Compliance-Vorschriften. Weitere Gründe, warum Unternehmen nachhaltige Technologien hauptsächlich in ihre Arbeitsprozesse implementieren, sind eine Reduktion der Umweltbelastung, der wachsenden Nachfrage zu begegnen und Abfall- und Energiekosten zu senken. Investitionskosten und die Folgen des Fachkräftemangels bleiben jedoch die größten Hürden für die Realisierung nachhaltiger Projekte.
Bauunternehmen: Die nachhaltige Transformation wird im nächsten Jahrzehnt vollzogen
Ende des vierten Quartals hat die USP Marketing Consultancy 940 ausführliche CATI-Telefoninterviews mit Bauunternehmen in acht west-, süd- und mitteleuropäischen Ländern, darunter 125 telefonische Interviews in Deutschland, zu den Transformationsprozessen in Richtung nachhaltiges Bauen durchgeführt.
Die meisten Befragten glauben, dass diese Umsetzung bereits im Gange ist oder innerhalb von drei bis zehn Jahren erfolgen wird.
Vor allem die Herstellung von Gesetzeskonformität führt zur Transformation
Überwiegend gelten energieeffiziente Materialien, Abfallvermeidung und erneuerbare Energien als die wirkungsvollsten Bestandteile eines nachhaltigeren Bauansatzes. Als wichtigste Treiber für diese Entwicklung betrachten vor allem die deutschen Betriebe (zu 37 Prozent) die Einhaltung von Vorschriften und Richtlinien, auch wenn deren nationale Umsetzung – wie etwa bei der EU-Gebäuderichtlinie EPBD 2024 – noch bevorsteht.
Eine Hauptmotivation vieler Unternehmen scheint die rechtzeitige Anpassung ihrer internen Prozesse zu sein.
Neben der Reduktion der Umweltbelastung (29 Prozent), etwa durch nachhaltigere Materialien und Prozesse, spielt der Kundenanspruch an nachhaltige Baupartner (23 Prozent) eine große Rolle. Außerdem hat jeweils ein Siebtel der Befragten die Außenwirkung des Unternehmens im Blick, wenn es um Wettbewerbsfähigkeit oder Imageverbesserung geht.
Mit einem Fünftel der Nennungen sind Abfall- und Energiekosteneinsparungen ein weiterer prominenter Aspekt – zumal es dabei um Transformationshaltungen und Prozessoptimierungen geht, die bereits jetzt konkret realisierbar sind und sich zudem direkt durch Einsparungen auszahlen.
Kostenfaktor als größter Hemmschuh
Dass Kostenvorteile bei der nachhaltigen Transformation von Bedeutung sind, kommt dabei nicht von ungefähr: Die größten Hindernisse für die Verbreitung nachhaltiger Lösungen sind die Investitionen in eine nachhaltige Transformation.
Doch auch der anhaltende Fachkräftemangel bremst die Unternehmen bei der Umstellung auf nachhaltigere Geschäftsmodelle aus.
Quelle: BauInfoConsult GmbH