6. Juli 2020

Bauindustrie hat noch Kapazitäten

Leipzig (pm) – Der Bauindustrieverband Ost e. V. begrüßt, dass der Freistaat Sachsen in den Jahren 2019 und 2020 so viel wie noch nie investieren möchte. „Trotz großer Kraftanstrengungen ist der Investitionsbedarf im Freistaat, vor allem bei Bildungseinrichtungen, Infrastruktur und Breitbandausbau, noch immer sehr hoch“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Robert Momberg.

Der Sorge der öffentlichen Hand, dass die Bauvorhaben wegen der vollen Auftragsbücher in den Unternehmen nicht umgesetzt werden könnten, entgegnet Momberg: „Die sächsische Bauindustrie hat gut zu tun. Von einer Vollauslastung kann aber noch immer nicht gesprochen werden. Der Auslastungsgrad der Unternehmen liegt derzeit bei ca. 80 Prozent. Die Bauindustrie verfügt also noch über genügend Kapazitäten, um die kommenden Bauvorhaben umzusetzen. Vor allem im Straßen- und Tiefbau warteten die Unternehmen, dass Aufträge auf den Markt kommen.“ Um die anstehenden Projekte erfolgreich umzusetzen, sei es aus Sicht des Verbandes unabdingbar, die Bauverwaltungen personell gut auszustatten.

Für die geringe Beteiligung der Unternehmen an öffentlichen Ausschreibungen gebe es aus Sicht des Verbandes andere Ursachen. So machten die Dokumentations- und Nachweispflichten sowie aufgeblähte Vergabeverfahren öffentliche Ausschreibungen bei der gegenwärtig guten Auftragslage unattraktiv. Der Bürokratieabbau sei daher eine Stellschraube, an der die Politik drehen müsse, um hier eine Steigerung der Angebotsanzahl bei realistisch kalkulierten Ausschreibungen zu erreichen.

Zur gegenwärtigen Entwicklung der Baupreise erklärt Momberg: „Baustoffe machen bis zu 40 Prozent des Baupreises aus. Daher wirken sich in unserer materialintensiven Branche Verteuerungen bei Roh- und Baustoffen unmittelbar auf die Preisbildung aus. Auch die Entsorgung von Bauschutt ist aufgrund knapper Deponiekapazitäten kostspieliger geworden. Außerdem sind allein zwischen 2012 und 2017 die Personalkosten im Baugewerbe in den neuen Ländern um 17 Prozent gestiegen.“

In Ostdeutschland lag der Preisindex im 1. Halbjahr 2018 um 5,4 Prozent über dem Vorjahr und damit leicht über dem Bundesdurchschnitt. Dies liege nach Einschätzung des Verbandes auch daran, dass gerade in Ostdeutschland nach Jahren einer ruinösen Preispolitik viele Unternehmen erstmals kostendeckende Preise am Markt erzielen können.

Pressemitteilung: Bauindustrieverband Ost e. V.