22. Juli 2018

Architekturstudierende entwerfen Pläne für Areal des ehemaligen Dortmunder Südbahnhofs

Sechste internationale Frühjahrsakademie der TU Dortmund

Studierende aus Dortmund, Turin und Eindhoven präsentierten bei der Abschlussveranstaltung der internationalen Frühjahrsakademie der TU Dortmund ihre Entwürfe für das Areal des ehemaligen Dortmunder Südbahnhofs. Foto: Oliver Schaper/TU Dortmund

Dortmund (pm) – „Stadt-Brachen“, also Leerräume in der Stadt, finden sich an verschiedenen Stellen in Dortmund und dem gesamten Ruhrgebiet. Wie können diese brachliegenden Flächen sinnvoll genutzt und wieder in die Stadt eingebunden werden? Mit dieser Frage setzten sich die rund 40  Studierenden aus Dortmund, Turin und Eindhoven während der sechsten internationalen Frühjahrsakademie an der TU Dortmund auseinander. Am Mittwoch, 21. März, präsentierten sie ihre Entwürfe auf der Hochschuletage des Dortmunder U.

Bei der im Rahmen der Akademie untersuchten Stadtbrache handelt es sich um das Areal des ehemaligen Dortmunder Südbahnhofs. Es wurde während des Krieges im März 1945 zerstört und gilt spätestens seit Einstellung des öffentlichen Personenverkehrs dort Ende der 1950er Jahre als Leerraum in der Stadt. Die Herausforderung für die internationalen Architekturstudierenden bestand darin, auf diese Fläche in angemessener städtebaulicher und architektonischer Weise zu reagieren. In ihren Entwürfen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Areal, ähnlich dem Dortmunder Kreuz- oder Kaiserstraßenviertel, baulich verdichtet. Hierbei legten sie besonderen Wert darauf, ihre Pläne an die umgrenzende Stadtstruktur anzupassen und bestehende Bauwerke wie den Wasserturm in ihre Konzepte zu integrieren. Die Ideen zeichneten sich durch eine Mischung von privatem Wohnraum, gewerblicher Nutzung und öffentlicher Nahversorgung aus. In ihren Entwürfen, die die Studierenden auch als Holzmodelle anfertigten, schafften sie in der neugestalteten Brache außerdem Grünflächen als gemeinsame Treffpunkte, zur Erholung und Freizeitgestaltung.

Die internationalen Teams setzten sich jeweils aus Studierenden der TU Dortmund, des Politecnico di Torino und der Technischen Universität Eindhoven zusammen. „Insbesondere die Nicht-Dortmunder haben einen neuen Blick auf die Stadt-Brache in der südlichen Innenstadt geworfen. Durch die unterschiedlichen Nationalitäten und universitären Hintergründe der Teilnehmenden sind neue Impulse entstanden. In den Gruppen wurde viel diskutiert und es sind tolle Ergebnisse dabei herausgekommen“, resümiert Olaf Schmidt. Gemeinsam mit Michael Schwarz hat er die Frühjahrsakademie 2013 ins Leben gerufen; beide vertreten die Professur für Gebäudelehre an der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen der TU Dortmund.

Zur Vorbereitung auf die diesjährige Akademie haben Architekturstudierende der TU Dortmund im Rahmen eines Seminars die historische Entwicklung des Gebiets aufbereitet und dessen Bebauungsstruktur analysiert – und diese Ergebnisse ihren internationalen Kommilitoninnen und Kommilitonen zur Verfügung gestellt. Während der Akademie hatten die Teams dann insgesamt neun Tage Zeit, Ideen zu entwerfen und Modelle anzufertigen. Zudem stand eine gemeinsame Exkursion nach Münster auf dem Programm.

„Die Frühjahrsakademie ist eine tolle Gelegenheit für unsere Studierenden, sich mit anderen angehenden Architektinnen und Architekten auszutauschen. Hier entstehen vielfach Kontakte, die über Jahre halten“, freut sich Michael Schwarz. Von der Veranstaltung profitiert auch die Stadt Dortmund. Sie erhält im Anschluss einen Überblick über die Ergebnisse.

Als lokales Pendant zu der seit über 30 Jahren stattfindenden Internationalen Sommerakademie in Venedig organisiert der Bereich Gebäudelehre der Fakultät Architektur und Bauingenieurwesen seit 2013 jedes Jahr die Frühjahrsakademie. Im ersten Jahr hatten sich die Teams mit der Dortmunder B1 auseinandergesetzt, 2014 standen der Wallring und 2015 der Hellweg auf dem Programm. 2016 ging es um die Stadtplätze Alter Markt, Friedensplatz und Hansaplatz. Vergangenes Jahr widmete sich die Akademie der Dortmunder Nordstadt. Auch 2019 soll wieder eine internationale Frühjahrsakademie an der TU Dortmund stattfinden.

Pressemitteilung: TU Dortmund