24. Juli 2024

„Architekturpreis Nordrhein-Westfalen 2018“

Bund Deutscher Architekten BDA vergibt 10 Auszeichnungen

Düsseldorf (pm) – Der Bund Deutscher Architekten BDA, Landesverband Nordrhein-Westfalen, zeichnet seit 1998 in der Regel alle drei Jahre Architektinnen und Architekten gemeinsam mit ihren Bauherren für herausragende Gebäude, Bauensembles oder städtebauliche Anlagen aus, die in den letzten fünf Jahren entstanden sind. Auf diese Weise möchte er dazu beitragen, die öffentliche Diskussion über die Qualität von Architektur und Städtebau in Nordrhein-Westfalen zu beleben.

Der Preis steht 2018 steht unter der Schirmherrschaft von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Preis ist nicht dotiert. Die Architekten erhalten eine Urkunde, die Bauherren zusätzlich eine Plakette, die am prämierten Objekt angebracht werden kann. Die Teilnahme am „Architekturpreis Nordrhein-Westfalen“ setzt voraus, dass die betreffende Arbeit zuvor bereits bei einem der 16 regionalen Wettbewerbe des BDA eine Auszeichnung errungen hat. Zu diesen vorausgehenden Verfahren waren 2017 insgesamt 438 Gebäude oder Bauensembles eingereicht worden, von denen sich 49 für die Ausscheidung auf Landesebene qualifizierten.

Der Jury des Architekturpreises NRW, die am 6. Juli 2018 zusammentrat, gehörten an:

  • Dr. Felix Hoepner, Architekt, Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW
  • Prof. Dr. Michael Mönninger, Architekturtheoretiker und –journalist, Berlin
  • Prof. Florian Nagler, Architekt BDA, München
  • Silvia Schellenberg-Thaut, Architektin BDA, Leipzig
  • Prof. Gesine Weinmiller, Architektin BDA, Berlin sowie Gert Lorber, Köln, Vorsitzender des BDA NRW (Berater ohne Stimmrecht)

Die Jury vergab zehn gleichrangige Auszeichnungen. Damit ist das Verfahren jedoch noch nicht abgeschlossen. Aus dem Kreis der Auszeichnungen wählen die Mitglieder des BDA NRW in einer schriftlichen Wahl die Arbeit, die den Architekturpreis Nordrhein-Westfalen erhält.

Der Preis und die dann neun Auszeichnungen werden im Rahmen einer Festveranstaltung am 25. September 2018 in Düsseldorf vom Landesvorsitzenden Gert Lorber und Ministerin Ina Scharrenbach verliehen.

Dem „Architekturpreis NRW 2018“ vorausgehende Verfahren:

  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Aachen
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Bergisch Land
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Bochum-Hattingen-Herne-Witten
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Bonn-Rhein-Sieg 
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Dortmund-Hamm-Unna
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Düsseldorf 
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Essen
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Gelsenkirchen und BDA Vest Recklinghausen
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Hagen-Ennepe-Mark, BDA Siegen-OlpeWittgenstein und BDA Ruhr-Möhne 
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Linker Niederrhein
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Mülheim/Ruhr
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Münster – Münsterland 
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Ostwestfalen-Lippe
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Rechter Niederrhein 
  • Auszeichnung guter Bauten 2017 des BDA Wuppertal
  • Kölner Architekturpreis 2017

 

Beurteilung der ausgezeichneten Arbeiten durch die Jury

Haus Grau, Aachen
  • Architekt: AMUNT Martenson, Aachen
  • Bauherrin: Familie Bernhardt
  • Fertigstellung: 2017
Haus Grau (c) Filip Dujardin

Trotz Einhaltung aller baurechtlichen Regularien ist es dem Architekten gelungen, die Typologie des klassischen Reihenhauses ganz neu zu interpretieren und aus der Uniformität auszubrechen. Im Inneren überrascht das Haus mit einer untypischen Großzügigkeit und einem unerwarteten Raumfluss. Durch eine geschickte Anordnung, dem Spiel mit Decken- und Höhenversprüngen, wird ein offenes Raumkontinuum generiert und gleichwohl eine räumliche Komplexität erreicht. Die verwendeten Materialen sind ehrlich und schlicht gewählt, dabei werden die Rohbaumaterialien im Ausbau nicht versteckt. Architektur und Möbel spielen gut zusammen. Das Haus kehrt der konventionellen Reihenhaus-Gemütlichkeit den Rücken und tanzt dabei ganz locker aus der Reihe.

Zwillingsprojekt Besucherzentrum Sparrenburg und Informationspunkt Parklandschaft Johannisberg, Bielefeld
  • Architekt: Max Dudler Architekt, Berlin
  • Bauherr: Stadt Bielefeld, Immobilienservicebetrieb (ISB)
  • Fertigstellung: 2014
Sparrenburg (c) Stefan Müller

Das neue Besucherzentrum auf der historischen Sparrenburg gibt dem Ensemble der Festungsanlage eine neue Ordnung und übersetzt die Stilelemente der Burg in eine moderne Form. Das neue Torhaus wahrt eine angenehme Distanz zu den Überresten der Festungsanlage und wirkt fast wie eine Erweiterung der Burgmauer. Es gelingt ihm, die historische Substanz räumlich neu zu fassen.

Das ungewöhnliche, jedoch sehr passende Material Stampfbeton nimmt Farbe und Struktur des mittelalterlichen Mauerwerks auf und unterstreicht das Einfügen in die Burganlage. Selbstverständlich und unverwechselbar reihen sich die Erweiterungen als neue Glieder in den historischen Kontext ein und übersetzen die historische Architektursprache in eine zeitgemäße. Die herausragende und sorgfältig detaillierte Architekturqualität überzeugt die Jury.

Torhaus und Informationspunkt sprechen wohltuend in Materialität, Fassadengestaltung und räumlicher Ausformulierung die gleiche Architektursprache.

Anneliese Brost Musikforum Ruhr, Bochum
  • Architekten: Bez + Kock Architekten BDA, Stuttgart
  • Bauherrin: Stadt Bochum, Zentrale Dienste
  • Fertigstellung: 2016
Musikforum Ruhr (c) Brigida González

Entweihte Kirchen werden oft als Kultur- und Veranstaltungszentren umgenutzt. Doch der Umbau in einen Konzertsaal steht stets vor kaum zu überwindenden akustischen Schwierigkeiten. Beim Anneliese Brost Musikforum in Bochum wurde nicht die Gestalt des Schiffs der ehemaligen St. Marienkirche verändert, sondern seine Funktion. Der frühere Kultraum dient neuerdings als Empfangsraum für zwei Konzertsäle, die den Bochumer Symphonikern sowie der städtischen Musikschule dienen. Sie fassen zu beiden Seiten den ehemaligen Solitär der Kirche ein und bilden neben der differenzierten inneren Raumfolge auch städtebaulich nach Außen eine neue Raumkante.

Kontrastierend zur Transparenz der hohen Chorfenster schließen sich die beiden Ergänzungsflügel mit ihrem geschlämmten Sichtmauerwerk monolithisch nach außen ab. Dennoch halten die Flankenbauten die Traufhöhe der Kirche ein und nehmen dem Altbau nichts von seiner Dominanz. Der große Konzertsaal wurde unter das Erdgeschossniveau gelegt, um nichts von seiner Raumhöhe zu verlieren. Trotz seiner klassischen Kastenform bietet er auf einem umlaufenden Balkon auch Rang- und Podiumsplätze rund um die Bühne.

Das alte Kirchenschiff hat ein unerwartetes Raumpotenzial entwickelt, indem aus dem bloßen Entree und Verteiler ein eigenständiger Veranstaltungssaal geworden ist, der die beiden Konzertsäle ergänzt. Der Funktionswandel vom Sakral- zum profanen Konzertgebäude hat dem ehemaligen Gotteshaus nichts von seiner Würde genommen.

ROM.HOF – Studentischer Wohnhof, Bonn
  • Architekten: Uwe Schröder Architekt, Bonn
  • Bauherrin: MIWO Gesellschaft mbH & Co. KG, Bonn
  • Fertigstellung: 2014
ROM HOF (c) StefanMüller

Bestimmt der Ort das Haus oder das Haus den Ort? Beim ROM.HOF stimmt beides. Er steht da – kraftvoll und zeitlos in die Zeit gesetzt – und man nimmt erst auf den zweiten Blick wahr, wie feinfühlig das Haus zwischen die Nachbarn eingefügt wurde und auch auf die anspruchsvolle Topografie reagiert. Sein kräftiges Äußeres korrespondiert mit einer glasklaren inneren räumlichen und konstruktiven Ordnung. Die Lust an Ordnung, Symmetrie, Raum und Material quillt aus allen Ecken. Das ist Architektur – alles hängt miteinander zusammen, bedingt einander und bildet so einen ganz eigenen Kosmos, der sich dennoch sehr gut mit seinem Kontext verträgt.

Da möchte man schon gerne Student in Bonn sein und in so einem Studentenwohnheim wohnen, einem Studentenwohnheim, das mit seinem vielfältigen Raumangebot aus gestapelten, halben Kreuzgängen, Waschkirche und Mönchsstudentenzellen mit Wintergärten innerhalb der strengen Ordnung überrascht und begeistert!

Die Wehrhahn-Linie. Sechs U-Bahnhöfe und zwei Rampenbauwerke, Düsseldorf

  • Architekten: netzwerkarchitekten, Darmstadt, mit den Künstlern E. Haehnle, H. Klussmann, M. Franke, R. Brög, T. Stricker, U. Damm
  • Bauherrin: Landeshauptstadt Düsseldorf, Amt für Verkehrsmanagement
  • Fertigstellung: 2016
Die Wehrhahn-Linie (c) Jörg Hempel

Mit der Wehrhahn-Linie hat die Stadt Düsseldorf bewiesen, dass auch große Infrastrukturprojekte einen Beitrag zur städtischen Baukultur und zur Erfahrung von Kunst im Alltag leisten können. Die Jury lobt die außerordentlich hohe gestalterische Qualität dieser nicht alltäglichen Bauaufgabe, die durch eine enge Zusammenarbeit von Bauherrin, Architekten und Kunstschaffenden gelungen ist. Entstanden ist eine angenehm spannungsvolle, aber nicht aufdringlich wirkende unterirdische Erlebniswelt von hoher Aufenthaltsqualität, die über vertikale Raumbezüge mit den oberirdischen Stadträumen visuell verbunden bleibt. Die reliefartige Bearbeitung der Betonoberflächen im Bereich der Bahnsteige prägt die sechs neuen Stationen als verbindendes Element. Im Kontrast dazu stehen die in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern individuell gestalteten Zugangsbereiche, die durch Integration von Bildern, Klängen und Medieninstallationen in die Architektur das Transportereignis poetisch inszenieren.

Sammlung Philara, Düsseldorf

  • Architekten: Sieber Architekten, Düsseldorf
  • Bauherrin: Cary und Dan Georg Bronner Stiftung, Düsseldorf
  • Fertigstellung: 2016
Philara (c) Stefan Müller

Abseits der großen Museumsbauten ist mit der Sammlung Philara im Stadtteil Flingern ein wunderbarer Ort für die Kunst entstanden, der dazu einlädt, einen vormals gewerblich genutzten Hinterhof ganz neu zu entdecken. Mit vergleichsweise wenigen Eingriffen und einfachen Materialien gelingt es Bauherrn und Architekt, eine ehemalige Glasfabrik in ästhetisch anspruchsvolle und räumlich unkonventionelle Ausstellungsflächen zu verwandeln. Der Bau zeichnet sich durch vielschichtige Bezüge zum Ort und seiner Umgebung aus, die unter anderem durch eine präzise Setzung von Aus- und Durchblicken erreicht wird. Den Höhepunkt eines spannenden Wechsels größerer und kleinerer Ausstellungsräume bildet eine Dachterrasse, die über eine verblüffend leichte Stahltreppe zu erreichen ist. Die Jury lobt besonders die gelungene Gestaltung der Frontfassade mit einer Verkleidung aus Cortenstahl, die dem ehemaligen Verwaltungstrakt eine sinnliche und zurückhaltend elegante äußere Erscheinung verleiht und zugleich den industriellen Charme des Ortes bewahrt.

Spenner Forum, Firmenzentrale der Spenner GmbH, Erwitte
  • Architekt: Schilling Architekten, Prof. Johannes Schilling, Architekt BDA, Köln
  • Bauherr: Spenner GmbH & Co. KG
  • Fertigstellung: 2016
Spenner Forum (c) Christian Richters

Es gelingt nicht immer, Bauwerk und Ort zu einer perfekten Einheit zusammenzuführen – beim Spenner Forum ist es den Bauherren und Architekten jedoch eindrücklich geglückt. In seiner klaren und einfachen Geometrie steht das neue Verwaltungsgebäude zunächst eigentlich fast im Gegensatz zur grandiosen Skulptur des Zementwerks, stellt den Bezug aber über das durchgängig verwendete Material Beton auf wunderbar selbstverständliche Weise wieder her. Das neue Haus ist im Verhältnis zu den mächtigen Produktionsstätten zwar eher klein, dennoch hat man das Gefühl, dass gerade dieses Gebäude den ganzen Kontext neu ordnet und bestimmt.

Das Projekt überzeugt aber auch durch seine innenräumlichen Qualitäten, die einfache und übersichtliche Organisation und die daraus resultierenden Arbeitswelten mit ihrem vielschichtigen und flexiblen Angebot an unterschiedlichen Räumen. Bemerkenswert und im Projekt höchst stimmig ist auch die innovative konstruktive Ausführung mit einer einschaligen Wandkonstruktion aus Leichtbeton, die die oft höchst aufwendigen mehrschaligen Konstruktionen überflüssig werden lässt…

Folkwang Universität der Künste, Essen
  • Architekten: MGF Architekten GmbH, Stuttgart
  • Bauherr: Welterbe Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG, Essen
  • Fertigstellung: 2017
Folkwang Universität (c) Krischer Fotografie

Die Zeche Zollverein hat eine bewegte Geschichte hinter sich, und trotz des Niedergangs der ursprünglichen Kohleförderung ist es gelungen, im Dialog mit den industriellen Anlagen einen zukunftsweisenden Campus zu schaffen, der gerade aus diesem Dialog seine weltweite Einzigartigkeit bezieht. Den Verfassern für den Neubau der Folkwang Universität der Künste ist es gelungen, trotz einer enormen Kubatur und dem bekannten Kostendruck ein Gefäß für die Entfaltung von Studierenden und deren Lehrer zu schaffen. Die rohe Materialität und die präzise Verarbeitung derselben trifft den genius loci, ohne die rostigen Stahlträger zu kopieren. Der differenziert ausgebildete Baukörper reagiert gekonnt auf den Städtebau und auch im Inneren schafft der Wechsel von Räumen und Zwischenräumen eine Umgebung, die die kreative Arbeit unterstützt. Es ist gelungen, mit dem Neubau das Weltkulturerbe nicht nur weiter zu entwickeln, sondern eine ganz neue Dimension hinzuzufügen.

Baulücke, Köln

  • Architekt: Wolfgang Zeh, Köln
  • Bauherren: Eva Zeh-Kraiss und Wolfgang Zeh
  • Fertigstellung: 2017
Baulücke Köln (c) Wolfgang Zeh

Ein unbrauchbares Grundstück: zu schmal, zu dunkel, zu nah an den Nachbarn. Die Breite des Gebäudes reicht gerade mal für eine Treppe. Den Architekten ist es jedoch gelungen, das Unplanbare nicht nur zu planen, sondern trotz der Beschränkung des Ortes eine differenzierte Antwort zu finden. Die Treppe als das zentrale Element schafft innerhalb des Hauses Bezüge und räumliche Verknüpfungen. Es ist gelungen, jedes Geschoss individuell zu gestalten und zu nutzen. Die Individualität der Räume wird durch die sparsame und präzise Materialität der Ausführung unterstützt. Dieses Projekt kann stellvertretend Mut machen, auf solchen eigentlich unbrauchbaren Grundstücken innerhalb der Stadt zu bauen und die Stadt im Inneren zu verdichten, anstatt die „Verreihenhäuserung“ der Ränder zu unterstützen. Diese 3-Zimmerwohnung auf 6 Geschossen ist nicht nur ein Gedankenexperiment sondern eine gelungene Aneignung der immer knapper werdenden Ressource „Raum in der Stadt“.

Philosophisches Seminar am Domplatz, Münster
  • Architekten: Peter Böhm Architekten, Prof. Peter Böhm, Architekt BDA, Köln
  • Bauherr: Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster
  • Fertigstellung: 2017
Philosophisches Seminar am Domplatz (c) Lukas Roth

Bei der Erweiterung und Ertüchtigung von Bestandsbauten geht es stets um die schwierige Balance zwischen respektvoller Anpassung und selbstbewusster Intervention. Bei der Ergänzung der Bibliothek des Philosophischen Seminars in Münster haben die Architekten einen neuen Flügel so geschickt gestaltet, dass trotz klarer Kontrastwirkung keinerlei Bruch entsteht. Die Fassade bildet die zeitgemäße Formulierung einer stockwerksübergreifenden Kolossalordnung, die mit ihren mächtigen Pfeilern und schmalen Gesimsen sogar die klassische Dreiteilung aus Sockelzone, Geschossen und Attika andeutet, ohne historisierend oder bloß dekorativ zu sein.

Darüber hinaus holt der vor den Altbau gestellte Erweiterungsflügel ein Stück des zuvor unzureichend genutzten öffentlichen Raumes ins Gebäude hinein. Dadurch verwandelt sich der vormals ungedeckte Restraum des Hofes in ein lichtdurchflutetes Atrium, das die offenen Bibliotheksetagen erschließt und zum kommunikativen Zentrum der Fakultät wird.

Die extreme Porosität der offenen Geschosse weitet die spitzwinklige Raumschlucht zwischen Alt- und Neubau in einen spektakulären Lichthof auf und verwandelt die funktionale Erschließungszone in einen Schwellen- und Übergangsraum zwischen Innen und Außen.

Die Materialwahl der teils bündig, teils offen vermauerten Ziegel, die ebenso wie die alten Mauerwände stark überschlämmt wurden, geben der robusten Stofflichkeit des konstruktiven Gerüsts den Reiz berührungsfreundlicher Handlichkeit. Formale Abstraktion und sinnliche Einfühlung finden in einer gelungenen Ergänzung zueinander.

 

Pressemitteilung: Bund Deutscher Architekten BDA Landesverband NRW